PaperCut NG/MF: Aktiv ausgenutzter Zero-Day, Notfall-Patch jetzt einspielen
In der weit verbreiteten Druckmanagement-Software PaperCut NG/MF werden derzeit zwei Zero-Day-Schwachstellen aktiv ausgenutzt. Der Hersteller hat Notfall-Patches veröffentlicht und rät allen Betreibern selbst gehosteter Server, sofort zu aktualisieren. Wer PaperCut im eigenen Haus betreibt, sollte den heutigen Tag nicht ohne Reaktion verstreichen lassen.
Was ist passiert?
PaperCut Software untersucht seit dem 27. August 2026 bestätigte Angriffe auf Kundensysteme. Die Sicherheitsfirma Huntress meldete begrenzte Ausnutzung in mehreren Kundenumgebungen. Zwei Lücken bilden zusammen die Angriffskette:
CVE-2026-82078(CVSS 9.4, kritisch): unsicheres dynamisches Laden von Klassen in den Datenbankverbindungs-Werkzeugen. Angreifer können darüber beliebigen Java-Bytecode ausführen.CVE-2026-81578(CVSS 8.8, hoch): fehlerhafte Zugriffskontrolle in der Web-Verwaltungsoberfläche, die es nicht authentifizierten Angreifern unter bestimmten Bedingungen erlaubt, Systemkonfigurationen zu verändern.
Der Hersteller hat am 28. August erste Notfall-Patches ausgeliefert und kurz darauf einen zweiten Notfall-Patch (Emergency Patch Release 2) nachgeschoben, nachdem externe Forscher einen Weg um den ersten Fix herum demonstriert hatten. Maßgeblich ist daher der jeweils aktuellste Notfall-Patch des Herstellers.
Wer ist betroffen?
Betroffen sind selbst gehostete Installationen von PaperCut NG und PaperCut MF in Version 25 und älter; entsprechende Patches liegen laut Hersteller auch für die Versionslinien 24 und 26 vor. Besonders gefährdet sind Application-Server, deren Web-Oberfläche aus dem Internet erreichbar ist. PaperCut wird in vielen KMU, Kanzleien, Praxen, Schulen und Behörden zur Verwaltung von Netzwerkdruckern eingesetzt – die Software läuft dort häufig unbemerkt im Hintergrund und gerät bei Patch-Zyklen leicht in Vergessenheit.
Was jetzt zu tun ist
- Prüfen, ob und in welcher Version ein PaperCut-NG/MF-Application-Server im Einsatz ist.
- Den aktuellsten Notfall-Patch des Herstellers (Emergency Patch Release 2 bzw. die für Ihre Versionslinie bereitgestellte Fassung) einspielen.
- Bis zum Einspielen: den Web-Zugriff auf den Application-Server per Firewall auf vertrauenswürdige IP-Adressen beschränken und keinesfalls offen aus dem Internet erreichbar lassen.
- Auf Kompromittierungsspuren prüfen – etwa verdächtige Prozessaktivität oder gelöschte Logdateien – und im Verdachtsfall den Server als potenziell kompromittiert behandeln.
- Nach dem Patchen kontrollieren, dass die Verwaltungsoberfläche nicht unnötig nach außen exponiert bleibt.
So hilft Binary System Services
Wir prüfen Ihre Server- und Anwendungslandschaft auf verwundbare Dienste wie PaperCut, spielen kritische Patches kontrolliert ein und sorgen dafür, dass Verwaltungsoberflächen nicht ungeschützt im Internet stehen. Auf Wunsch übernehmen wir das laufende Patch- und Schwachstellen-Management sowie die Notfallanalyse bei Verdacht auf einen Angriff. Sprechen Sie uns an.
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